Societaetstheater Dresden

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Wie kein anderes Jahrhundert war das achtzehnte auch ein "geselliges Jahrhundert". In literarischen Societaeten wurde die an den Höfen verfemte deutsche Sprache gepflegt. Vor allem nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges regten diese Societaeten längst überfällige Reformen in Handel, Gewerbe und Landwirtschaft sowie im Schul-und Armenwesen an. Bei aller Nachahmung der Theatergepflogenheiten am Dresdner Hof ist das Societaetstheater zugleich eine Gründung des aufgeklärten Bürgertums gewesen. Als "Societaet" teilte das Theater Gemeinsamkeiten mit all den anderen Vereinigungen zu dieser Zeit. Im Unterschied etwa zu den Zünften beruhten diese Gesellschaften auf einer freiwilligen, ständeunabhängigen Übereinkunft ihrer Mitglieder. Im Gegensatz zu den späteren Salons wiesen sie einen hohen Grad an Organisiertheit auf. Im Vergleich zu den republikanischen Clubs standen sie prinzipiell jedermann offen.

Die Gründung des Societaetstheaters erfolgte vor dem Hintergrund eines Umbruchs der Dresdner Theaterlandschaft, der nach dem Siebenjährigen Krieg durch die Entlassung der französischen Hofschauspieler und das Engagement subventionierter deutscher Theatergruppen in Dresden erfolgt war. Die Verbannung des Spektakelwesens von der Bühne, die Wandlung der fahrenden Komödianten zu ehrbaren bürgerlichen Schauspielern sowie die Anerkennung ihrer Leistungen durch den Adel bildeten die Voraussetzungen, dass sich auch das gehobene Bürgertum verstärkt mit dem Theater befasste.

Lange fristete das historische Gebäude des Societaetstheaters ein Schattendasein, bis es verfiel und nur durch das Engagement kulturinteressierter Dresdner vor der Abrissbirne gerettet wurde. Dank der Unterstützung der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank wurde das alte Gebäude nach historischen Vorlagen wieder aufgebaut und konnte 1999 als städtisches Theater den Vorhang öffnen.
www.societaetstheater.de/spielplan.html
Societaetstheater Dresden
An der Dreikönigskirche 1a
01097 Dresden Dresden
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